„Du kennst mich doch, ich hab' nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden da sind nicht von hier!“
Methusalix

Die Festung Europa ist zur Zeit durchlässiger, als wir es für möglich gehalten haben. Und Deutschland ist ins Zentrum der Fluchtbewegung aus den Kriegs- und Armutsregionen gerückt. Wie 1989/90 haben viele von uns das Gefühl einer „Zeitenwende“ - ob es eine ist und wohin die Reise geht, ist aktuell jedoch kaum zu sagen. Deshalb unser Titelbild.

Von 1949 bis zum Bau der Mauer hatten 2,7 Millionen DDR-Bürger*innen rübergemacht. Das Ende der DDR wurde von der zweiten Abwanderungswelle begleitet. Die Massenflucht der Jahre 1988/89 über das befreundete Ausland (Ungarn, CSSR, Polen) führte bis Ende 1989 rund 880.000 Menschen in den Westen. In den folgenden vier Jahren verließen 1,4 Mio. Bürger*innen ihre ostdeutschen Herkunftsländer.

Ist der Westen Deutschlands das Paradies? Aus der Ferne betrachtet wohl ja. Die Realität war auch für viele Bürger*innen der DDR dann eine andere. Für die jetzt nach Deutschland Flüchtenden wird diese Erfahrung erheblich bitterer sein.

Was kann in dieser Zeit der Job sein von Bewegungslinken? Mal wieder die uneingelösten Ideen von "Freiheit - Gleichheit - Solidarität" in Stellung bringen gegen die Verwertungs- und Nützlichkeitserwägungen des kapitalistischen Alltags? Ja.

Unsere nächste Ausgabe erscheint wie üblich erst im Februar -  bis dahin

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